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Gedanken zur Heimat

Heimat erlebt eine Renaissance: Nachdem wir begeistert in die globalisierte Welt hinausgeströmt sind und es, auch dank Internet und sozialen Netzwerken, scheinbar keine Grenze mehr für uns gibt, besinnen wir uns nun, vollgesogen mit Eindrücken, auf das, wovon das alles ausging: die Heimat. Sie schimmert verheißungsvoll und vertrauenserweckend durch diese rasende Welt hindurch. Und weil wir ja nun Weltbürger sind und keine Angst mehr haben müssen, als spießig zu gelten, können wir uns der Heimat wieder zuwenden, diesem Ding, das lange Zeit nur ein Synonym für Kitsch und Staubigkeit war und das man mit 50er-Jahre-Filmen, dem Hirschgeweih an der Wand, Dirndln und Spitzenvorhängen assoziierte. Die Heimat wurde verkannt – und nun wird sie erkannt. Genau deshalb ist das Thema Heimat für unsere Leser so interessant. Sie haben eine tiefe Sehnsucht nach ihr und wenn wir ihnen helfen können, sie zu entdecken, auf eine spannende und neue und eben nicht kitschige und verstaubte Weise, wenn wir unsere Leser zu den Geheimnissen ihrer Heimat führen, dann treffen wir einen Nerv. Und das übrigens auch bei Neubürgern, die ihre Heimat durch die „Geheimnisse der Heimat“ kennenlernen können.

Heimat ist ein Feld aus tausend Mosaiksteinchen. Je mehr dieser Mosaiksteinchen aus der Vergangenheit – oder in unserem Fall: Geheimnissen der Heimat – wir bergen, desto vollständiger wird das Bild unserer Heimat. Die Menschen interessieren sich für das, was einst geschehen ist. Mit allen Facetten, auch den grausamen. Deshalb sind die Geschichten in den „Geheimnisen der Heimat“ ja auch so bunt gemischt. Wir bilden die Heimat so ab, wie sie ist:  zauberhaft schön, manchmal auch unsagbar traurig oder gar grausam. Eine ganz spannende Erkenntnis unserer Arbeit an den „Geheimnissen der Heimat“ ist: Heimat ist immer da, wo man beginnt, sich zu interessieren, nachzuforschen, nachzubohren. Wo sich Menschen öffnen und ihre Geschichten erzählen. Meine Kolleginnen und ich stellen fest: Wenn wir eine Geheimnis-Zeitungsserie in einer Stadt oder ein Buch, das eine Erweiterung der Serien im Blatt ist, beendet haben, fühlen wir uns in dieser Stadt zu Hause, ist sie uns Heimat geworden. Heimat ist da, wo man die Mentalitäten der Menschen begreift,  die  in sehr engem Zusammenhang mit der Stadtgeschichte stehen. Ich habe zum Beispiel festgestellt, dass ältere Menschen, deren Stadt im Zweiten Weltkrieg zerbombt wurde, die in der Heimat also Schlimmes erlebten, es viel schwerer haben, ihre Heimat zu bejahen und sich mit ihr zu identifizieren. Sie brauchen auch länger, um sich auf die Geheimnisse ihrer Heimat einzulassen. Aber wenn sie es tun, dann sind sie oft sehr emotional und dann fließen auch mal Tränen, weil sie auf dem Weg in die Vergangenheit ihrer Stadt an lauter Erinnerungshäfen vorbeikommen, in denen schmerzliche Ereignisse aus der Vergangenheit vor Anker liegen. Und nein, das ist nicht überemotional und kitschig, das ist einfach nur authentisch. Und damit sind sie dann doch wieder in der Heimat angekommen. Denn Heimat ist da, wo der Mensch authentisch ist. Es kostet manchmal Mut, sich darauf einzulassen. Aber es lohnt sich immer.

 

Eva-Maria Bast 

 

 

 

 

 

 

 

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